Mädchenzimmer: 3 Mythen, die nicht stimmen

3. Juli 2019
3 Mythen im Mädchenzimmer

Ein Prinzessinnen Reich alias Mädchenzimmer

Elfen, Prinzessinnen und Pferde, und am Besten alles in Rosa. Das ist das weitgehend verbreitete Einheitsbild für die Fantasiewelt kleiner Mädchen. Aber, auch Mädchenzimmer vertragen eine wenig Super(wo)man und auch Mädchen hätten gerne einen Tiger als Haustier.

Obwohl sich die Vorliebe für die Farbe Rosa und für Prinzessinnen im Kleinkindalter bei den meisten doch sehr deutlich zeigt, gibt es für bemühte Eltern, die solchen Klischees in Sachen Einrichtung und Deko ausweichen wollen, einige Möglichkeiten, wie man im Kinderzimmer ohne viel verspielte Deko eine Mädchenatmosphäre zum Wohlfühlen schafft.

So kann man zum Beispiel mit weichen Kissen und Motiven auf der Bettwäsche, ein paar Stofftieren wie dem Lieblingsteddybär mit ein paar schönen Details mühelos weiche Akzente setzen. Und wenn es unbedingt Rosa sein muss, wie wär’s mit einer dezenten Altrosa Wandfarbe? Wände können schnell einmal mit einer anderen Farbe übermalen und die Bettwäsche erneuert werden, wenn sich der Geschmack ihrer Kleinen ändert und später dann vielleicht doch das Pferd oder Supergirl aktuell wird?

Auf eine neutrale und minimale Grundausstattung lässt es sich mit wenigen Handgriffen wie zum Beispiel mit Farbelementen oder Möbelmodulen mit viel Fantasie aufbauen oder auf verschiedene Weisen zu Neuem kombinieren. Damit lässt man den Raum mit den Bedürfnissen der Kleinen schrittweise mitwachsenen, ohne daß sich ihr Kind immer wieder an eine neue Umgebung gewöhnen muss. Verstellbare Tische sind auf lange Zeit mehrfach einsetzbar wie als Zeichentisch oder später für den Laptop oder Fernseher. Auch können alte Möbelstücke wie die Holzspielkiste bemalt und zu Hocker umfunktioniert werden.

Deshalb empfehlen sich zwischendurch auch immer wieder kleine Ausmistrituale (wie wir in unserem letzten Blogeintrag berichtet haben), die es leichter machen, den Raum je nach Entwicklungsphase mitwachsen zu lassen.

3 Mythen im Mädchenzimmer

Über Bordüren, Glitter und Pferde

Borten passen mit viel Fantasie in jedes Mädchenzimmer, doch scheinen sie in Zeiten selbstbewußter Girl Cartoons ein Deko Element aus einer vergangenen Ära. Weiblich und sanft heißt eben nicht immer nur Spitzen und Bordüren. So können mit Elementen aus der Natur und Tierwelt geschickt feminine Nuancen ins Zimmer geholt werden.

Dazu verleihen ein kuscheliger Teppich mit schönen Farben und gute, hochwertige Textilien wie Leinen oder Musselin vom Vorhang bis zur Bettwäsche einem Raum spürbar sanfte Züge. Wer dabei auch nach einer schönen Alternative zu Glitter sucht, bringt mit einer ganz einfachen Deko Idee wie einem Sternenhimmel über dem Bett oder einer Lichterkette einen verträumten Effekt ins Mädchenzimmer: diese sorgen in Sommer- wie auch in Winternächten für eine Feenatmosphäre beim Einschlafen, in der das Traummännchen gerne kommt und ein wenig Sand verstreut.

Beziehen sie bei der Auswahl der Deko, ihre Kleinen, je nach Alter natürlich, ruhig mitein. Vielleicht verlegt sich dadurch der Fokus eher auf die Vorlieben, Talente und Interessen ihres Kindes. Somit bekommen praktische Dinge wie die erste Flöte, ein Hula Hoop Reifen oder Malunterlagen auch dekorative Eigenschaften.

3 Mythen im Mädchenzimmer

Muss es immer Rosa sein?

Rosa ist fürs Mädchenzimmer. Blau fürs Jungszimmer. So haben wir’s ja schließlich gelernt, oder? Pastelltöne an sich sind nie ganz verkehrt, ob für Mädchen oder Jungs, denn sie wirken auch beruhigend. Bei der Farbwahl sollten sie sich voller Vertrauen auf ihre Intuition verlassen, je nach Gefühl für den ankommenden Sprössling oder ganz nach dem Charakter ihres Kleinkinds.

Um die Verklärtheit und den Mythos rund um die Farbe Rosa einmal richtig zu stellen, hier ein paar interessante Fakten dazu: Kaum zu glauben, aber gerade einmal vor 100 Jahren war Rosa noch eine Jungenfarbe! Warum? Die Gesichte dazu geht auf die belgische Königin Astrid zurück, die, als in freudiger Erwartung ihres ersten Kindes im Jahre 1927 die Wiege ganz in Rosa strich, weil sie spürte, daß es ein Junge wird. Damals galt Rosa als kleiner Bruder von Rot, der Farbe des Planeten Mars. Da diese Tatkraft und Kämpfergeist repräsentiert, wurde sie mit Männlichkeit assoziiert.

Umgekehrt war blau zu dieser Zeit eine weibliche Farbe. Man denke an die vielen Gemälde in den Kirchen, in denen die Mutter Maria zartblaue Gewänder trägt. Der Umschwung kam mit der Industrialisierung, die unter anderem blaue Arbeitsgewänder einführte. Und nicht zu vergessen den Blue Jeans, die nach wie vor unseren Kleidungsstil maßgeblich prägt.

Ein Grund mehr, sich bei der Farbwahl vom Kinderzimmer lieber aufs eigene Gefühl zu verlassen 🙂